Fußballserie 10 Ulrich Schauberger

1 1 1 1 1 Bewertung 0.00 (0 Stimmen)
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Von der Aurach zu den Kickers nach Offenbach und heute bei der BILD Zeitung als Sportjournalist

Herzogenaurach (gä) Die Sportwelt lebt derzeit im Fußballfieber und es sind nur noch wenige Stunden bis zum Eröffnungsspiel am Freitag um 16 Uhr. Fußballeuphorie hatte auch die fußballbesessenen Herzogenauracher vor 31 Jahren, im Sommer 1979 gepackt, als der ASV und der 1.FC um die Landesligameisterschaft und den Aufstieg in die Bayernliga gegeneinander spielten. 2700 Zuschauer erlebten damals das vorweg genommene Endspiel am unteren Weihersbach, das der FC für sich entscheiden konnte. Und wenige Wochen später schafften die Pumas den Aufstieg in die höchste bayerische Amateurklasse mit einem Sieg im Bayerischen Wald gegen den ASV Cham.

Im Tor des Aufsteigers

stand damals ein drahtiger junger Mann, reaktionsschnell und sprunggewaltig, mit Überblick im Strafraum und großartigen Reflexen auf der Linie: „Ulli" Schauberger. Nicht nur dem „fußballverrückten" Trainer Franz Brungs, dem quicklebendigen Torschützenkönig der Landesliga Mitte Hermann Hofamnn (31 Tore) und dem Jungspund Lothar Matthäus (21 Tore), sondern vor allem dem Können des 20-jährigen Abiturienten Schauberger im Tor hatten es die PUMAS zu verdanken, dass sie 1979 Meister wurden und in der obersten bayerischen Spielklasse antreten durften.

Nachfolger von „Gerry" Neef

„Ulli" Schauberger trat in der Schlappenschusterstadt ein schweres Erbe an, als er 1978 von der Spvgg Erlangen an die Aurach wechselte. Kein anderer als die Torwart Legende, der „Schotte" Gerry Neef war sein Vorgänger - und der hatte auf der Insel und beim Nürnberger Club Karriere gemacht und Schlagzeilen geschrieben. Und nun hütete der Abiturient aus Erlangen das Gehäuse des ältesten Herzogenauracher Fußballvereins. Schauberger, 1958 im Frankenwald geboren, spielte ab seinem 10. Lebensjahr bei der „Spieli" in Erlangen. Aus der dortigen Jugend holten ihn die Herzogenauracher Späher zum FC.

„Es war eine tolle Truppe"

„Wir waren beim FC ein verschworener Haufen und es war eine tolle Truppe" erinnert sich der heutige Sportjournalist Schauberger an seine Zeit in Herzogenaurach. Um die alten Kämpen Sepp Polster, Franz Ertl, Benno Schuster, um Mellinghof, Winkler, Roland Hobner, Rudi Kolb und Joe Zimmermann hatten die Verantwortlichen mit den Eigengewächsen Fred Peter, „Ayala Gansmann" und Lothar Matthäus eine spiel- und kampfstarke Mannschaft aufgebaut, die sich drei Jahre in der Bayernliga beachtlich schlug.

„Unvergesslich", so Ulli Schauberger „sind die Siegesgesänge der alten FC Haudegen von Spielausschuss und Vorstandschaft im Club-Heim: Kurt Bitter, Fred Krüppel oder Ehrenmitglied Franz Limmer, unvergessen die Einladung von Vorstand Gerd Dassler zur Meisterschaftsreise nach Mallorca und die lockeren Sprüche der Stimmungskanone Joe Zimmermann."

Im Profigeschäft

Trainer Franz Brungs holte seinen „Ziehsohn" 1981 zu den Kickers an den „Bieberer Berg" nach Offenbach. Nach siebenjähriger Zweitklassigkeit wollte Brungs mit dem OFC wieder in die 1. Bundesliga. Zwölf Mal stand Ulli Schauberger in seinem ersten Profijahr in der 2. Liga zwischen den Alu-Pfosten. Namhafte Gegner wie Schalke, Bayer Uerdingen, Rot-Weiß Essen oder der SC Freiburg waren die Kontrahenten. Zusammen mit erfahrenen  Bundesligaprofis wie Uwe Bein oder dem Franken Kurt Geinzer reichte es in seinem ersten Profijahr aber letztlich nur zu Relegationsspielen um den Aufstieg, die mit 1:0 und 2:1 gegen Bayer Leverkusen verloren gingen.

Ulli Schauberger rutschte ins zweite Glied hinter seinen Torwartkollegen Uwe Kohls, trainierte noch unter Lothar Buchmann und der OFC Legende Hermann Nuber, studierte nebenbei Sport und Englisch und begann zusätzlich als Journalist zu „jobben". Er erlebte den Aufstieg seines Teams in die Bundesliga, allerdings nur von der Bank aus.

Eine feste Größe im Journalismus

In kluger Voraussicht begann sich Ulli Schauberger ein weiteres Standbein aufzubauen. Bei 30000 arbeitslosen Lehrern war eine staatliche Anstellung Mitte der 80-er Jahre so gut wie aussichtslos. Er machte daher seine ersten Gehversuche als Sportjournalist bei der Bildzeitung im Raum Frankfurt. Schauberger war erfolgreich, hängte den „Fußballjob" an den Nagel, wurde schließlich bei Deutschlands größter Zeitung fest engagiert und half nach der Wende, die Sportredaktion von BILD in Leipzig aufzubauen.

Dann zog es den Franken zurück ins Rhein-Main Gebiet. In Rodgau, südöstlich des Frankfurter Ballungsraums baute er sich eine Existenz auf. Hier fühlt er sich wohl, ist eingebunden in den dortigen Sportverein und nach wie vor den Kickers in Offenbach verbunden, denen er den baldigen Aufstieg in Liga 2 oder 1 wünscht: Wenn er nicht in der Offenbacher Traditionself Kickt, quält er sich über die Marathondistanz und hat außerdem seine Liebe für den Golfsport entdeckt. Hier misst er sich mit den Ex-Nationalspielern Hölzenbein, Grabowski oder Borchers.

Beruflich ist er für BILD vor allem für den PUMA-Verein aus Hoffenheim und seit geraumer Zeit für die „Roten Teufel" vom Betzenberg in Kaiserslautern unterwegs. Urlaub gibt es für den Ex-FCler jedes Jahr in seinem Feriendomizil im Süden Vietnams, denn von dort stammt seine Gattin Kim, die er schon in seiner Herzogenauracher Zeit  kennen gelernt hatte

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

Design by WD